Bundesliga Finale 2 in Landshut: AC Landshut Devils wenden das Blatt und verteidigen ihren Titel – Spannende Läufe halten Publikum in Atem

Der neue Deutsche Speedway Meister ist der alte – in einer fulminanten Aufholjagd erkämpften sich die AC Landshut Devils am Tag der Deutschen Einheit vor heimischem Publikum ihren 18. Meistertitel. Die Nerven der 2.600 Zuschauer wurden jedoch auf eine harte Probe gestellt.

Die Devils hatten nach ihrer 39:45-Niederlage am vergangenen Samstag in Brokstedt ihre Aufstellung geändert und sich entschlossen, Leon Madsen für das zweite Finale an Bord zu holen, der die ganze Saison über im Kader gestanden und schon einen der Vorläufe bestritten hatte. Nun sollte also die Aufholjagd starten und dem in Führung liegenden Wikingerschiff möglichst rasch Schlagseite beigebracht werden. Doch es begann zäh. Zwar siegte Leon Madsen erwartungsgemäß im Auftaktrennen vor Rune Holta, doch da sich Valentin Grobauer nicht gegen Lukas Fienhage durchsetzen konnte, hieß es nur 3:3. In Heat 2 dann erkämpften Martin Smolinski und Dominik Möser ein 4:2 gegen Kai Huckenbeck und Hannes Gast. Tragisch endete das Rennen für Hannes Gast, der ausgangs der Zielkurve, auf Position 4 liegend, die Kontrolle verlor und über die Bande katapultiert wurde. Für ihn hieß es danach Krankenhaus statt Startband; laut Aussage seiner Teamkollegen hat er sich bei dem Sturz wohl das Handgelenk und ein Bein gebrochen. Durch dieses Ergebnis lagen die Devils zwar in der Tageswertung schon vorne, in der Gesamtwertung aber immer noch 4 Punkte hinten. Heat 3 brachte mit einem Sieg von Wikinger-Kapitän Tobias Kroner gegen Erik Riss und Sandro Wassermann auf den Plätzen 2 und 3 vor Stephan Katt wieder ein 3:3, und auch nach dem ersten Bahndienst konnten die Devils nicht weiter verkürzen, da der Sieg von Martin Smolinski durch die Plätze 2 und 3 für Stephan Katt und Tobias Kroner quasi „egalisiert“ wurde. Heat 4 brachte ein 4:2 für die Devils, doch die zwei aufgeholten Punkte schmolzen durch das anschließende 2:4 der Brokstedter sogleich wieder dahin. Bemerkenswert in diesem Heat Sandro Wassermann, der mit der Landshuter Bahn deutlich besser zurechtkam als noch vor ein paar Tagen mit der Bahn in Brokstedt, sich an Lukas Fienhage vorbei von 3 auf 2 vorkämpfte und sogar ein paar Attacken auf den führenden Rune Holta startete. Erik Riss, der beim ersten Startversuch noch eine Verwarnung kassiert hatte, fiel mit technischem Defekt aus. Nervenaufreibend ging es weiter, Heat 7 und 8 sahen wiederum jeweils ein 3:3  - so langsam wurde es Zeit für die Devils, den verbliebenen Rückstand aufzuarbeiten. Heranrücken konnten sie wieder durch ein 4:2 von Leon Madsen und Valentin Grobauer gegen Tobias Kroner und Stephan Katt. Den entscheidenden Durchbruch brachte dann Heat 10, als sich das Landshuter Spitzenduo Madsen / Smolinski durch Paarfahren ein sicheres 5:1 gegen Holta / Huckenbeck sicherte. Somit lagen die Devils plötzlich ganze 8 Punkte in der Tageswertung vorne und hatten erstmals auch die Brokstedter in der Gesamtwertung überholt. Doch die Wikinger holten sogleich zum Gegenschlag aus und fuhren in Heat 11 alle Geschütze auf: Tobias Kroner wurde als Joker eingesetzt, Rune Holta statt Lukas Fienhage als Taktische Reserve. Doch diese Taktik verfing nur teilweise, konnten doch Erik Riss und Valentin Grobauer den Joker wiederum durch Paarfahren hinten halten, während Rune Holta den Sieg holte. Mit einem unsicheren Vorsprung von 2 Punkten ging man in das letzte Heat vor den beiden Finalläufen, bei dem die Brokstedter durch den Ausfall von Hannes Gast nur mit Stephan Katt antreten konnten. In einem weiteren tollen Lauf sicherte sich hier Sandro Wassermann den Sieg vor Dominik Möser und legte so letztlich den Grundstein für den Erfolg, konnte doch der Vorsprung auf 12 Punkte in der Tages- und 6 Punkte in der Gesamtwertung ausgebaut werden.

Gespannt sein durfte man auf die Zusammensetzung der Finalläufe, da hier nochmal die Taktik eine ganz entscheidende Rolle spielte. Devils-Teamchef Jan Hertel setzte Martin Smolinski und Valentin Grobauer gegen Kai Huckenbeck und Tobias Kroner ein. Valentin Grobauer wurde noch vor Hochschnellen des Startbandes wegen Startverzögerung vom Rennen ausgeschlossen, so daß es nun am Kapitän „Smoli“ lag, die Kohlen aus dem Feuer zu holen – was er vortrefflich tat und den Vorsprung durch seinen Sieg bewahrte und die Devils somit uneinholbar in Führung brachte. In Heat 14 – hier nochmal spannend für die Akteure durch einen Defekt des Startbandes – lief dann erneut Leon Madsen vor Rune Holta ein, Sandro Wassermann holte einen weiteren Punkt vor Lukas Fienhage. Am Ende eines spannenden Renntages stand es dann 49:35 für die Devils in der Tages- und 88:80 in der Gesamtabrechnung, der AC Landshut durfte sich der neue-alte Deutsche Meister nennen.

„Das war eine ganz enge Kiste heute und wahrlich nichts für schwache Nerven“, so Sportleiter Stefan Hofmeister nach dem Rennen erschöpft, aber glücklich. Martin Smolinski schwärmte von der tollen Teamleistung am heutigen Tage, und Leon Madsen erklärte, er sei „stolz gewesen, als Gerald (Simbeck) angerufen hat und mich um Hilfe bat, den Titel wieder nach Landshut zu holen.“ So darf also in der Dreihelmestadt ein weiterer Titel gefeiert werden.

„Die Veranstaltung heute war der Wahnsinn“, so ACL-Vize Gerald Simbeck nach seiner obligatorischen Weizenbier-Dusche bei der Siegerehrung. „Packende Läufe und Spannung bis zu den letzten Heats. Schon der Renntag in Brokstedt war ein prima Aushängeschild für den Speedway-Sport in Deutschland, und die heutige Veranstaltung hat nochmal eine Schippe draufgelegt. Gratulation an die Brokstedter, die sich wiederum als fairer Gegner und würdiger Vizemeister gezeigt haben.“

An dieser Stelle auch ein Dank an die Brokstedter Fans, die heute ebenfalls einen Beitrag zur guten Stimmung in der OneSolar Arena geleistet haben. Und selbstsverständlich die besten Genesungswünsche an Hannes Gast.

Das Ergebnis im Einzelnen:

AC Landshut Devils – 49

Leon Madsen: 3, 3, 3, 3, 3
Martin Smolinsik: 3, 3, 3, 2, 3
Valentin Grobauer: 0, 1, 1, 2, ex
Erik Riss: 2, ex, 2, 1
Dominik Möser: 1, 0, 0, 2
Sandro Wassermann: 1, 2, 1, 3, 1

MSC Brokstedt Wikinger – 35
Rune Holta: 2, 3, 2, 0, 3, 2
Kai Huckenbeck: 2, 2, 3, 1, 2
Lukas Fienhage: 1, 1, 1, 0
Tobias Kroner: 3, 1, 2, 0, 1
Hannes Gast: ex
Stephan Katt: 0, 2, 0, 0, 1

Heat 1: Madsen, Holta, Fienhage, Grobauer
Heat 2: Smolinski, Huckenbeck, Möser; Sturz Gast
Heat 3: Kroner, Riss, Wassermann, Katt
Heat 4: Smolinski, Katt, Kroner, Möser
Heat 5: Madsen, Huckenbeck, Grobauer
Heat 6: Holta, Wassermann, Fienhage; Ausfall Riss
Heat 7: Huckenbeck, Riss, Wassermann, Katt
Heat 8: Smolinski, Holta, Fienhage, Mösesr
Heat 9: Madsen, Kroner, Grobauer, Katt
Heat 10: Madsen, Smolinski, Huckenbeck, Holta
Heat 11: Holta (Taktische Reserve), Grobauer, Riss, Kroner (Joker)
Heat 12: Wassermann, Möser, Katt
Heat 13: Smolinski, Huckenbeck, Kroner; Grobauer ex
Heat 14: Masden, Holta, Wassermann, Fienhage

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