AC Landshut Devils feiern 18. Meistertitel in der Deutschen Speedway-Bundesliga

Am Samstag hatte der AC Landshut seine Meistermannschaft, Sponsoren und Funktionäre zur traditionellen Saisonabschlußfeier geladen, bei der selbstverständlich die erfolgreiche Titelverteidigung im Vordergrund stand.

Der 1. Vorsitzende Christian Schmid begrüßte die Vertreter der Stadt Landshut sowie der Medien – vertreten durch die Landshuter Zeitung und Isar-TV - sowie zahlreiche langjährige Sponsoren und Partner des Vereins.

Die Grußworte von Oberbürgermeister Putz wurden überbracht von Stadtrat Ludwig Zellner, der betonte, die Stadt und die umliegende Region freuten sich über den Titel und seien stolz auf das, was die Mannschaft durch hervorragendes Teamwork erreicht haben. Er gratulierte den Fahrern zu ihrer tollen Leistung sowie dem ACL-Vorstand zum Erreichten und zog zur Würdigung der Arbeit des Vereins ein Zitat von Victor Hugo heran: „Sieger zu sein ist wenig, doch groß zu sein ist alles.“ Der ACL sei seit Jahrzehnten groß und ein leuchtender Stern am Speedwayhimmel. Die Stadt würdige dies unter anderem auch dadurch, daß im Haushaltsausschuß erneut ein Zuschuß für den Verein bewilligt worden sei. Die Stadt sei stolz und dankbar, wie sich der ACL um das Stadion kümmere – die OneSolar Arena sei mit Abstand das schönste Speedwaystadion in Deutschland, mit dem siegreichen Team sei dies eine gute Voraussetzung für eine erfolgreiche Saison 2018.

Im Anschluß daran resümierte Sportleiter Stefan Hofmeister die Schlaglichter der zurückliegenden Saison, die man beim ACL aufgrund der vielen Verletzten als eine der schwersten bislang betrachtet. Die Fahrer der Meistermannschaft wurden einzeln auf die Bühne gebeten und zogen kurz ihre persönliche Bilanz, bevor sie ein Präsent des Vereins in Empfang nehmen durften. C-Fahrer Dominik Möser, wohl das Mannschaftsmitglied mit der weitesten Anreise zu den Heimrennen, bezeichnete seine erste Saison in Landshut als sehr lohnend, er sei persönlich weitergekommen und insbesondere mit den Auswärtsrennen zufrieden. Doch auch bei den Heimrennen lief es zuletzt recht gut, hatten er und Sandro Wassermann doch mit ihrem 5:1 im Finale die Titelverteidigung bereits entscheidend vorbereitet. C-Kollege Sandro Wassermann betonte, er habe eine schwere Saison hinter sich, die gut begonnen habe, ihn dann aber nach seinem schweren Sturz und der Oberschenkelverletzung zu einer viermonatigen Pause gezwungen habe. Nach der langen Pause erstmals beim Auswärtsfinale in Brokstedt wieder am Start, sei das „nicht sein Tag gewesen“ – beim Heimfinale in Landshut dann aber umso mehr. Mittlerweile sei das Bein wieder in Ordnung und schmerzfrei, so daß er auf einen guten Einstieg in die nächste Saison hoffe. Vom Verletzungspech gebeutelt war auch Valentin Grobauer, der sich zweimal an der Schulter verletzte, mittlerweile aber ebenfalls wiederhergestellt ist. Stefan Hofmeister betonte seine wichtige Rolle in Diedenbergen, da er nach der unerwarteten Verletzung von Mark Riss und den damit plötzlich aufgetretenen Personalnöten der Devils an den Start ging und so einen Beitrag zum erfolgreichen Auswärtsrennen leistete. Am meisten unterwegs in der vergangenen Saison waren wohl die Schottland-Gastarbeiter Erik und Mark Riss, die sich beim ACL meist „nicht geizig mit Punkten“ zeigten. Erik Riss, der nach eigener Rechnung um die 100 Rennen in dieser Saison bestritten hat, möchte 2018 neben England und Polen auch in der dänischen und schwedischen Liga Fuß fassen und am liebsten 5-6 Tage pro Woche Rennen fahren. Sein Bruder Mark, durch eine knapp 2-monatige Verletzungspause ebenfalls etwas eingebremst, möchte sich in der kommenden Saison zunächst auf die erste und zweite Liga in England konzentrieren. Von den ausländischen Fahrern Leon Madsen und Andzej Lebedevs war am gestrigen Abend nur der frischgebackene Europameister anwesend, der dem ACL ebenfalls bei seinen Einsätzen durch sicheres Maximum den Finaleinzug geebnet hat. Andzej sei dank seiner mehrjährigen Zugehörigkeit zum AC Landshut mittlerweile ebenfalls schon beinahe eingebürgert – und der Lette fühlt sich wohl bei den Devils, wie er betonte. Last but not least schließlich kam die Reihe dann an den langjährigen Kapitän Martin Smolinski, „ebenfalls ein zuverlässiger Punktegarant – wir sind froh, daß wir ihn haben“, so Hofmeister. Auch für „Smoli“ hatte die zurückliegende Saison einige Aufs und Abs in sportlicher wie privater Hinsicht parat; seit dem Motorenwechsel ginge es aber wieder aufwärts. Er habe innerhalb kurzer Zeit zweimal einen Materialwechsel von Jawa auf GTR und dann von GTR auf GM vollzogen, seither liefe es deutlich runder. In der Vorbereitung auf die kommende Saison wolle er noch härter an sich selbst arbeiten und noch fitter werden. Er bedankte sich ausdrücklich beim ACL dafür, daß man dort nie den Glauben an ihn verloren habe, das Finale sei eine tolle Teamleistung gewesen – kurzum: „Danke, Spaßt hat’s g’macht.“

Die Planung für die kommende Saison ist nun schon in vollem Gange, die Fahrerverträge sollen in den nächsten Wochen unter Dach und Fach gebracht werden, sobald endgültige Klarheit über das zukünftige Reglement bestehe. Desweiteren sollen auch die Renntermine für Bundesliga und Teamcup, für den der ACL ebenfalls wieder eine Mannschaft stellen wird, bald bekanntgegeben werden. In Ergänzung zu den erwartenden beiden Heimrennen ist man beim AC Landshut wiederum bemüht, attraktive internationale Großveranstaltungen in die Isarstadt zu holen.

Im Anschluß an die Fahrer wurden die zahlreichen Sponsoren des Vereins gewürdigt. Sie sind ein wichtiger Bestandteil des Erfolges des ACL, da erst sie es ermöglichen, professionell zu arbeiten und attraktive Rennen auf die Beine zu stellen. Jeder der Sponsoren erhielt einen ACL-Wimpel mit dem Foto der Meistermannschaft sowie den neuen Devils-Schal. Genannt seien hier – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – die Firmen Dellenprofi, Hausmeisterservice Speth, Reif, Schober, Baumgartner, MKO, Seiler&Heinzel, TransMF, Tremmel, Rottmaier, Trausnitz-Pokale, Autohaus Neudecker, OneSolar, Sigl, Werbeagentur Mad Moses – stellvertretend für alle anderen, die den ACL überwiegend bereits seit vielen Jahren unterstützen, und auf deren Hilfe man auch bei der durch das Reglement erforderlichen Erneuerung der Airfence im kommenden Jahr wieder angewiesen sei.

Begrüßt wurde desweiteren die Vertreterin des polnischen Veranstalters OneSport Karolina Jankowska, mit dem der Verein seit einigen Jahren bei der Ausrichtung von Rennen zur Best-Pairs- und SEC-Serie zusammenarbeitet. Sie betonte, man habe im AC Landshut einen professionellen und konstruktiven Partner gefunden, mit dem sich fantastisch zusammenarbeiten lasse. Es sei immer wieder beeindruckend, wie viele Freiwillige im Club mithelfen. Diesen dankte sie im Namen von OneSport und brachte die Hoffnung auf weitere Zusammenarbeit in den kommenden Jahren zum Ausdruck.

Im Rahmen der Meisterschaftsfeier bedankten sich die Verantwortlichen des Vereins ferner bei den Rennärzten, dem Roten Kreuz, den Funktionären sowie Ehrenpräsident Christian Bäumel.

Bei all der positiven Bilanz ließ es sich der 1. Vorsitzende Christian Schmid jedoch nicht nehmen, abschließend ein aktuelles Thema anzusprechen, das dem Verein akute Sorgen bereitet. Mit dem Pächterwechsel am benachbarten Flughafen sieht sich der ACL vor erhebliche Probleme gestellt – bekanntlich dient der Flughafen bei den Heimrennen als Besucherparkplatz. Da die Verhandlungen zwischen Stadt und neuem Pächter jedoch ohne Beteiligung des Vereins stattgefunden hätten, sei diese Thematik nicht berücksichtigt worden. Die bisherigen Gespräche zwischen ACL und dem neuen Pächter hätten bislang zu keinerlei Zugeständnissen seitens der Flughafenbetreiber geführt, obwohl der Verein seinerseits schon einige angeboten habe. Schmid appellierte daher an alle anwesenden Vertreter aus Stadt und Politik sowie Interessierte, den Verein bei der Suche nach Lösungen zu unterstützen, um einen weiteren Rennbetrieb in der Ellermühle zu gewährleisten.

 

 

 

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